Heute wollten wir gleich noch eine Wanderung machen. Das Wetter sah sehr vielversprechend aus und auch der Wetterbericht sagte weder Regen noch Wolken an. Der Parkplatz befand sich etwas außerhalb von Wanaka, etwa eine Autostunde Richtung Norden. Ab der Hälfte des Weges führte nur noch eine unbefestigte Schotterstraße weiter in das Tal hinein. Vorbei an weitläufigen Weiden mit Schafen und Kühen, breiten Flussbetten und schneebedeckten Bergen. Auf dem letzten Stück der Straße musste der ein oder andere Bach durchquert werden bevor wir auf einem großen Parkplatz unseren Camper abstellten. Nachdem wir unsere Rucksäcke mit Wasser, Vesper und warmen Klamotten gepackt hatten, ging die Wanderung zuerst durch Viehweiden, dann über eine Hängebrücke und letztendlich stetig aber nicht zu steil den Berg hinauf. An Höhenmetern war immerhin nur ein drittel der gestrigen zu bewältigen. Nach gut 2 Stunden befanden wir uns am unteren Aussichtspunkt auf den Rob Roy Gletscher, doch wir hatten gehört das sich die weitere Dreiviertel Stunde Aufstieg zum oberen Aussichtspunkt lohnen würde und so liefen wir nach einer kurzen Pause und Stärkung durch einen Apfel weiter. Oben angekommen war uns schnell klar was damit gemeint war. Wir hatten bei strahlendem Sonnenschein eine gigantische Felswand vor uns. Oben drüber thronte der Rob Roy Gletscher der ab und an mit viel Lärm ein Stück von seinem Ein ins Tal fallen ließ. Das Schmelzwasser ergoss sich über mehrere Wasserfälle die Hänge hinunter und sammelte sich schließlich zu einem reisenden türkisblauen Fluß. Das Abendessen auf unserem Campingplatz in Wanaka war zwar spartanisch aber trotzdem gut. Man glaubt gar nicht wie gut das Essen mit ein wenig Curry, Salz und Pfeffer schmecken kann 😉
Wir setzten unseren Roadtrip Richtung Süden fort. Von Wanaka ging es über den etwas längeren Crown Range Pass und Te Anau Richtung Fiordland. Auf unserem Weg gab es immer mal wieder einen kurzen Fotostopp zum Beispiel bei den Mirror Lakes, die wunderbar spiegeln, wenn es denn mal windstill sein sollte. Auf dem letzten Campingplatz bevor es keine Möglichkeit zum Übernachten mehr gab stellten wir unseren Camper ab und verbrachten die Nacht. Leider war der Himmel in dieser Nacht bewölkt, sodass keine Bilder der Milchstraße gemacht werden konnten. Am nächsten Tag setzten wir unsere Fahrt zum Milfordsound fort und erreichten das Ufer nach einer Dreiviertel Stunde Fahrt. Auf dem Parkplatz trafen wir unsere Tauchschule den heute stand ein besonderer Tauchgang auf dem Programm. Die Fjorde in Neuseeland sind nämlich eines der regenreichsten Gebiete in ganz Neuseeland und da Fjorde eigentlich ausschließlich Salzwasser haben ist das hier etwas anders! Denn der viele Niederschlag sammelt sich als Wasserfälle und ergießt sich in die Fjorde wo sich dann eine bis zu 5m dicke Süßwasserschicht über dem Salzwasser bildet. Diese besondere Konstellation sorgt dafür, dass es hier möglich ist eine sehr seltene und eigentlich nur in Tiefen von 600m- 1200m vorkommende Korallenart, die Schwarze Koralle, zu bewundern, die hier schon in 10 – 15m Tiefe und damit in betauchbarer Tiefe wächst. Außerdem gibt es hier Dank des Marinen Schutzgebiets eine Vielzahl von anderen Meeresbewohnern zu bestaunen, wie Tintenfische, andere Korallen und Langusten, die bis zu 100 Jahre alt und dementsprechend groß werden können! Die Wassertemperaturen hier in diesen Gewässern betragen übrigens angenehm erfrischende 12°C. Deshalb ist es wichtig gegen diese Kälte gut zu schützen. Es war hier glücklicherweise möglich einen Trockentauchanzug auszuleihen, bei dem kein Wasser mit der Haut in Berührung kommt und man so seine warmen Klamotten wie zum Beispiel Merinounterwäsche anziehen kann. So ausgestattet war es kein Problem die Unterwasserwelt mit warmen Füßen zu bewundern und zu genießen. Während ich unter Wasser die Landschaft genoss, hatte Eva Zeit sich die steil aufragenden Felswände und die vielen Wasserfälle vom Boot näher anzuschauen. Auch sie hatte Glück und konnte einige Tiere vom Wasser aus sehen. Nach unserer Rückkehr an Land machten wir uns wieder auf den Rückweg Richtung Queenstown, denn leider ist der Weg zum Fjord eine Sackgasse.
In Te Anau unserem Ziel für diesen Tag ließen wir uns Spargelrisotto im Speiseraum des Campingplatzes schmecken, und lauschten während dem einschlafen den prasselnden Regentropfen auf unserem Camperdach.
Bei sehr bewölktem Himmel und dem ein oder anderen kräftigen Regenschauer setzten wir unsere Fahrt nach Queenstown fort. Auf dem Weg machten wir Halt in Garston einem kleinen Ort, bestehend aus einem Café, einem Honigshop und ein paar anderen Häusern. Dort genossen wir für ein paar Momente die Ruhe, eine Tasse Tee und ein Himbeer-Weiße-Schokolade Muffin bevor es weiter nach Queenstown unserem Übernachtungsplatz ging. Diese Stadt ist das Mekka für Extremsportler und solche die es noch werden wollen. Leider war es hier sehr kalt und regnete ununterbrochen, sodass wir beschlossen nach einer leckeren und ließen großen Kugel Eis am Nachmittag zum Abendessen beim bekannten Ferg-Burger vorbei zuschauen und weder Bungeejumpen noch Fallschirmspringen zu gehen. In der Hauptsaison kann es hier schonmal sein, dass sich eine bis zu 100m lange Warteschlange bildet um dort einen Burger zu bekommen. Um 21 Uhr war die Warteschlange überschaubar und wir konnten sogar einen Sitzplatz ergattern.
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